Von Hölzel zum Bauhaus

Maschine auf Dunkel, Rot-Olive, 1924
© Willi Baumeister / VG Bild-Kunst, Bonn

Willi Baumeister

Maschine auf Dunkel, Rot-Olive, 1924

Öl auf Leinwand
100 × 63 cm

verso signiert: W Baumeister, verso monogrammiert auf dem Keilrahmen: W B, verso Etikett mit Fingerabdruck des Künstlers in Maschinenschrift: Willi Baumeister M.[Maschine] auf dunkel, rot-olive 1924
(BAUMEW/M 33, 9993)

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vgl. zwei 1923 entstandene Gouachen. Eine vorbereitende Studie befindet sich im Museum of Modern Art, New York.
Ausstellungen: Künstlerfreundschaften. Willi Baumeister – Julius Bissier – Oskar Schlem-mer, Galerie Schlichtenmaier, Grafenau 1998; Willi Baumeister. Im Dialog mit dem Sammler, Galerie Schlichtenmaier, Grafenau 1999; Willi Baumeister. Das Unbekannte in der Kunst, Museum Bochum 1999/2000; Hans Arp – Willi Baumeister, Stiftung Hans Arp Bahnhof Rolandseck, Rolandseck 2000; Willi Baumeister – Karl Hofer. Begegnung der Bilder, Museum der Bildenden Künste Leipzig, Leipzig 2004/05
Provenienz: Sammlung Heinz Rasch, Wuppertal
Literatur: Ausst. Kat. Willi Baumeister - Karl Hofer. Begegnung der Bilder, Museum der Bildenden Künste Leipzig 2004, Abb. S. 67.; Künstlerfreundschaften. Willi Baumeister – Julius Bissier – Oskar Schlemmer, Galerie Schlichtenmaier, Grafenau 1998, Nr. 2, Abb.
S. 50, Ausst. Kat. Willi Baumeister, Galerie Schlichtenmaier, Grafenau 1999, Nr. 2, Abb. S. 51; Ausst.Kat. Willi Baumeister, Entdeckung neuer Bildwelten, Galerie Schlichtenmaier Grafenau / Stuttgart, Grafenau/Stuttgart, 2008, S. 18, Abb. S. 19; Peter Beye / Felicitas Baumeister, Willi Baumeister. Werkkatalog der Gemälde, Bd. II, Ostfildern 2002, Nr. 360; Will Grohmann, Willi Baumeister. Leben und Werk, Köln 1963, Nr. 238

Willi Baumeister gelangte ab 1919 – in der Üecht-Zeit – über die Auseinandersetzung mit dem internationalen Konstruktivismus zu einer strengen, auf geometrische Elementarformen aufbauenden Bildarchitektur. Aus dem Entwurf eines idealen Menschen in den »Apoll«-Bildern und den geometrischen »Flächenkräften« entwickelt Baumeister um 1924 die »Maschinenbilder«. Während die »Apoll«-Bilder immer ein anthropomorph ausgerichtetes Oben und Unten besitzen, schwebt die Komposition in den Maschinenbildern in einem Raum, den die Farbflächen definieren. Werden in den »Flächenkräften« die Formen zueinander gefügt, erscheinen hier die Flächen in einem neuen Kontext, welcher der Idee der Mauerbilder entstammt. Abschattierungen an den Rändern unterstützen eine kulissenartige Schichtung der Formen nachhaltig.
In seinem Gemälde »Maschine auf Dunkel, Rot-Olive« zerlegt Willi Baumeister die menschliche Figur in stereometrische Körper-volumen und nähert sich dem Abbild eines mechanischen Menschentypus. Baumeister verwendet die Grundformen des Kreises und des Quadrats als Grundelemente und nutzt Kreise, Kreissegmente und geometrische Formen als elementare Mittel zur Darstellung von Bewegung. Er selbst beschreibt das Changieren seiner Maschinenbilder folgendermaßen: »Die Maschinenbilder enthalten die menschliche Figur immer rudimentärer. Doch stehen die geometrischen Formen in irgendeiner Beziehung dazu. Sie sind dem menschlichen Körperbau entsprechend angeordnet. Das Ganze wirkt wie ein Apparat auf der Wand, und ist einem Wappenbild nicht unähnlich. Auch eine mittelalterliche Rüstung stellt ja eine Maschine dar. Wenn man also will, kann man Kopf, Schulter, Gesäß in gewissen Formen bzw. hinter diesen Formen vermuten. Aber das so ineinander Geschachtelte und Überschichtete musste auseinander gelöst werden«.
Gottfried Böhm spricht von einer »Bildmaschine« und setzt Baumeister in Beziehung zu Fernand Léger – beide experimentieren »mit der Übertragung technischer Prinzipien, wie sie Motoren, Apparaten, Luftschrauben … innewohnen, ins Anschauliche des Bildes«. Die Künstler stellten 1922 gemeinsam in der Berliner Galerie Sturm aus, lernten sich aber erst um 1924 in Paris kennen, auf Vermittlung von Le Corbusier und Ozenfant. Mit deren Forderung nach dem Bild des neuen Menschen geht Baumeister konform: »Unser Dasein hat einen neuen Boden, die Maschinen«. Danach nähern sich Baumeisters Maschinen-bilder wieder mehr der menschlichen Figur an (insbesondere bei den sog. Sportbildern). »Die Welt der Maschine«, schrieb er später, »wird gleichsam gefeiert, poetisiert, entmaterialisiert und damit überwunden.« Die »Maschine auf Dunkel, Rot-Olive«, zu der Baumeister eine zweite, ähnliche Fassung geschaffen hat, gehört zu den gesuchtesten Arbeiten aus dieser frühen Werkphase, mit absolut musealer Bedeutung. Eine vorbereitende Studie dazu befindet sich im Museum of Modern Art in New York.
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