Von Hölzel zum Bauhaus

Apathie, Atelier-Stilleben, 1941
© Oskar Schlemmer / VG Bild-Kunst, Bonn

Oskar Schlemmer

Apathie, Atelier-Stilleben, 1941

verdünnte Ölfarbe auf Papier
34,9 × 23,7 cm

(SCHLEO/M 17)

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Literatur: Ausst.Kat.: Oskar Schlemmer. Der Maler - Der Wandgestalter - Der Plastiker - Der Zeichner - Der Graphiker - Der Bühnengestalter - Der Lehrer. Ausstellung der Staats-galerie im Württembergischen Kunstverein Stuttgart 1977, Nr.96, Abb. S. 64; Karin v. Maur: Oskar Schlemmer. Bd II. OEuvrekatalog der Gemälde, Aquarelle, Pastelle und Plastiken, München 1979, G 446, Abb. S. 148; Ausst.at. Schlemmer. Baumeister. Krause. Wuppertal 1937-1944. Von der Heydt-Museum Wuppertal, 1979, Nr. 91 mit Abb.; Ausst. Kat. Willi Baumeister. Julius Bissier. Oskar Schlemmer. Künstlerfreundschaften, Grafenau 1998, Nr. 74, Abb. S. 116

Das auf den ersten Blick ungewöhnliche Stillleben Oskar Schlemmers von 1941 befasst sich mit Atelier- und Schreibtischutensilien. Aquarellhaft scheinen hier Dinge der alltäglichen Arbeit dargestellt - in Wirklichkeit handelt es sich um verdünnte Ölfarbe auf Papier, was für ein konzentrierteres Tun hinweist, als dies bei einem flüchtigen Aquarell bzw. Wasserfarbenbild der Fall wäre. Das Bild mit dem Titel »Apathie« entstand zur Zeit von Schlemmers Camouflage-Tätigkeit in der Wuppertaler Lackfabrik Dr. Herberts, die u. a. Willi Baumeister, Heinz Rasch und eben auch Schlemmer im Dritten Reich die Möglichkeit bot zu arbeiten. Der Begriff bezieht sich also auf die Stimmungslage des Malers, dessen eingeengter Bewegungsradius in der konzentrierten Dinglichkeit des Motivs dramatisch fokusiert wird. Der unwesentliche und vormmoderne, aber existenziell wichtige Gegenstand wird zum Thema, bevor Schlemmer das Fenstermotiv als Symbol seines geistig freien Innen- und genötigten Außenlebens entdeckt. Formal greift der ehemalige Hölzelschüler und Bauhausmeisters auf eine Komposition aus bildachsen- und -flächenparallelen, das heißt: schrägen und senkrechten Linien zurück, die auch etliche seiner charakteristischen Figurenkompositionen auszeichnen, welche auf einer nüchternen Seinsphilosophie basiert. 1942 wird er an seinen Freund Julius Bissier schreiben: »Heute, wo ich ... nicht mehr den Mut finde zu ehedemigem ... Modernem, geht mir in einer eigentümlichen Weise die Welt des Sichtbaren auf in ihrer ganzen Dichte und surrealen Mystik.«
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