Von Hölzel zum Bauhaus

Sterbender Schwan (Schwarz über Weiß), 1940
© Willi Baumeister / VG Bild-Kunst, Bonn

Willi Baumeister

Sterbender Schwan (Schwarz über Weiß), 1940

Öl auf Karton
65,5 × 54 cm

auch »Eidos mit den schwarzen Formen, genannt Sterbender Schwan«
signiert und datiert u. r.: Baumeister 40
(BAUMEW/M 176)

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verso (später geschrieben) »Schwarz über Weiss«, 1940 (Sterbender Schwan) Hanna Bekker vom Rath von Willi 16.2.51

Eine von ursprünglich vier Varianten des Themas

Provenienz: Hanna Bekker vom Rath, Hofheim/Taunus; Galerie Schlichtenmaier, Grafenau; Privatbesitz, Süddeutschland
Ausstellungen: 1947 Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath; 1961 Oldenburger Kunstverein; 1962 Goethe-Institut Saloniki; 1963 Frankfurter Kunstverein; 1965 Köln, Wallraf-Richartz-Museum, Karlsruhe, Badischer Kunstverein; 1984/85 Leverkusen, Hoechst Jahrhunderthalle
Literatur: Peter Beye / Felicitas Baumeister, Willi Baumeister. Werkkatalog der Gemälde, Bd. II, Ostfildern, 2002, Nr. 910, mit Abb.

Das Gemälde „Sterbender Schwan“ von 1940 gehört zu den programmatischen Bindegliedern im Werk Willi Baumeisters - zwischen seinen phantastischen Entdeckungsreisen in Goethes Welt des Urpflanzlichen und der Spurensuche nach modernen Mythen, die ihn zu den „Eidos“-Bildern führten, malte er insgesamt vier Varianten zum Thema „Sterbender Schwan“- mit wechselnden Titeln: Die vorliegende Arbeit hieß alternativ „St“rbender Schwan“ oder „Schwarz über Weiß", wurde aber auch sinnfällig genannt „Eidos mit den schwarzen Formen, genannt Sterbender Schwan“. Das griechische Wort „eidos“ meint „Idee“ bzw. „Urbild“ - im Kontext von Baumeisters Schaffen trefflich gewählt, da es Platons Ideenlehre und Goethes Naturlehre vereint. Der Hintergrund war freilich - auch biographisch - ernster. Der innere Emigrant Baumeister litt wie seine Freunde Oskar Schlemmer und Julius Bissier unter dem Berufsverbot unter den Nationalsozialisten. Allein Baumeister, der früh Kontakte zu internationalen Künstlern - insbesondere in Frankreich - gesucht hatte, fand zu einer atemberaubenden Freiheit in der Gestaltung seiner Themen, deren Mythenhaftigkeit und ungebändigte Phantasie sich über die geistige Enge und die Repressalien erhoben. Im „Sterbenden Schwan“ türmen sich organisch wirkende weiße Formen schwebend übereinander, durch amöbenhafte und ideogrammatische Chiffren von ähnlichen, aber schwarze Formen getrennt, welche das Bild nach oben beschließen. Die zauberhafte Szenerie ist hinterlegt von einer schwirrenden, ins verhalten Pointillistische reichenden Farbigkeit und linearen Figurationen, deren eine am rechten Bildrand als Umriss eines Schwans zu deuten ist. Eine bislang unveröffentlichte, weitgehend übereinstimmende, 1940 datierte Zeichnung in Württembergischem Privatbesitz wird in den Nachtrag zum Werkverzeichnis von Ponert durch Felicitas Baumeister und Ulrike Gauss aufgenommen werden.
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