Von Hölzel zum Bauhaus

Drei Figurenreihen, 1934
© Oskar Schlemmer / VG Bild-Kunst, Bonn

Oskar Schlemmer

Drei Figurenreihen, 1934

Tinte, Feder, Farbstifte auf Ölpapier
40 × 40 cm

(SCHLEO/P 31)

€ 32.000
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Provenienz: Tut Schlemmer; Privatsammlung Berlin; Privatsammlung Südbaden (durch Erbfolge übernommen); Privatsammlung Stuttgart
Echtheitsbestätigung durch Prof. Dr. Karin von Maur
Literatur: Wulf Herzogenrath, Oskar Schlemmer – Die Wandgestaltung der neuen Architektur, München 1973, Nr. 17, S. 229-230; vgl. Oskar Schlemmer. Visionen einer neuen Welt, Ina Conzen, Stuttgart 2014, S. 188 (Mosik-Entwurf)

Die Zeichnung gehört zu den Entwürfen, die Oskar Schlemmer für einen Wettbewerb zu einem Masaikfries im Kongresssaal des Deutschen Museums (München) einreichte. Diese Arbeit mit »Drei Figurenreihen« aus dem Jahr 1934 ist mehr als nur eine Skizze. Verglichen mit anderen Zeichnungen der frühen 1930er Jahre ist sie mit einer akribischen Konsequenz ausgeführt, die ihre Eigenständigkeit unter Beweis stellt. Entstanden ist das Blatt nach Schlemmers Bauhaus-Zeit - und nach Verkauf seines berühmtesten Gemäldes, die »Bauhaustreppe« (1932) ans Museum of Modern Art in New York im Jahr 1933, gleichsam eine Art Hommage an die endgültige Schließung der Schule. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten zieht sich Schlemmer zunächst zurück, offenbar auch verunsichert über die neue Propagierung eines »deutschen« Stils - zumal er Ende 1933 in der Schweiz den Nachlass des verstorbenen Freundes Otto Meyer-Amden sichtet, dem er einige Gedenkreden widmet, und darüber hinaus in Davos mit Ernst Ludwig Kirchner zusammentrifft. Das konnte kaum zu dem Bild passen, das sich ihm im eigenen Land bot. So sind aus dem Jahr 1934 kaum Arbeiten bekannt – im Wettbewerb unterlag Schlemmer dem linientreuen Maler Hermann Kaspar. Umso vehementer - wenn auch insgeheim - bezog er mit dieser figurativen Zeichnung Position: Der neue Mensch, wie er ihn sich vorstellte, sollte im Umfeld des Hölzel-Kreises bei Meyer-Amden, Baumeister und Schlemmer darstellbar werden und führte ideell direkt zum Bauhaus, selbstredend weit entfernt vom Menschenbild der Nationalsozialisten. Schlemmers Statement von 1934 kombiniert eine traditionelle, vorrembrandtsche Sicht auf Gruppenporträts mit der abstrahiert-bewegten Reihung von Dreiviertelsfiguren, welche die Moderne verkörpern.
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