Schlichtenmaier classic / Besondere Werke aus Galeriebestand zum 50. Galeriejubiläum

Jedes wahre Bild hat seinen  Schatten, der es doubelt...  Hommage à A. Artaud, 1976
© Walter Stöhrer / VG Bild-Kunst, Bonn

Walter Stöhrer

Jedes wahre Bild hat seinen Schatten, der es doubelt... Hommage à A. Artaud, 1976

Mischtechnik auf Leinwand, eincollagiertes Foto, übermaltes Papier
205 × 180 cm

signiert o. r.: Stöhrer 76
(STOEHRW/M 19)

Preis auf Anfrage
vorheriges Werk
87 / 92
nächstes Werk
verso bezeichnet A26; Aufkleber mit Adresse und Titel; Ausstellungsaufkleber: Deutscher Künstlerbund 24. Jahresausstellung 1876 in Mannheim; Atelier- und Galeriestempel

Provenienz: Galerie Georg Nothelfer, Berlin; Galerie Sander, Darmstadt; Galerie Michael, Bremen; Galerie Brusberg, Berlin
Literatur: Walter Stöhrer. Werkverzeichnis der Malerei 1957-1999, Berlin 2008, S. 233 (Kat.-Nr. 76.40)

Walter Stöhrer ließ sich von exzessiven, teils surrealen, teils popartigen Texten von Artaud oder Breton bis hin zu Brinkmann berauschen, um deren visuell eindringlichen Texte in seine informel-expressive Bildsprache zu übersetzen. Seine exstatischen Arbeiten lud er in ihrer ohnehin schon visionären Dynamik, welche abstrakte Bewusstseinsströme in groteske Alpfigurationen verwandelte und umgekehrt, durch eingeklebte Zeitschriftenausrisse oft erotischen Inhalts oder übermalte Papiere sowie durch skripturale Elemente auf: In seiner Hommage à Artaud zitiert Stöhrer Passagen aus dessen Hauptwerk »Das Theater und sein Double«, aus dem auch der berühmte Text vom Theater der Grausamkeit stammt. So liest man fragmentarisch: »Man kann jetzt sagen, dass alle wahre Freiheit schwarz ist und unausbleiblich mit [der Freiheit des Geschlechts verschmilzt, die ebenfalls schwarz ist, ohne dass man eigentlich wüsste warum. Und deshalb sind alle großen Mythen schwarz].« Als ginge es um die impulsive Demonstration dieser Aussage, legt Stöhrer eine breit angelegte schwarze Farbbahn darüber, unter der auch Fetzen eines eingeklebten Papiers verschwinden. Diesem bedrohlich wirkenden rechten Bilddrittel setzt der Maler einen weißen sturzbachähnlichen Farbverlauf entgegen, um den herum sich Figurationen im puren Aktionismus tummeln. Ein zeichnerisch-schwungvoller Hand-gestus scheint die Bewegung des als Foto eincollagierten Arms eines Menschen zu imitieren, der in Ketten gelegt wurde. Linkerhand sind Textfragmente zu erkennen, die auf den »Platonischen Eros« als »Zeugungsgeist« verweisen. Dem Betrachter ist es überlassen, Text, Bild und collagierte Teilen assoziativ miteinander zu verknüpfen. Bei aller Brutalität verströmt Stöhrers elementare Farbigkeit – die weniger aus der Balance als aus einem Kräftemessen der Farbfelder heraus lebt - eine drastische Schönheit. 1976 ist für Stöhrer das Jahr einer gesteigerten Produktivität in seinem neuen Atelier in der Huttenstraße.
Schloss Dätzingen / 71120 Grafenau
T + 49 (0) 70 33 / 4 13 94
F + 49 (0) 70 33 / 4 49 23
schloss@galerie-schlichtenmaier.de
 
Öffnungszeiten
Mi – Fr 11 – 18.30 Uhr
Sa 11 – 16 Uhr
und nach Vereinbarung
Kleiner Schlossplatz 11 / 70173 Stuttgart
T + 49 (0) 711 / 120 41 51
F + 49 (0) 711 / 120 42 80
stuttgart@galerie-schlichtenmaier.de
 
Öffnungszeiten
Di – Fr 11 – 19 Uhr
Sa 11 – 17 Uhr
und nach Vereinbarung

 
Galerie Schlichtenmaier
Telefon
Adresse